Think Open meets Things Thinking Gespräch mit Dr. Sven J. Körner, einem weltweit anerkannten AI-Experten, auf dem OMN Innovation Day der Apollon / Meyle & Müller Gruppe im ZKM Karlsruhe

„The first ruel of AI – The easy problems are hard, the hard problems are easy“
Mit einem coolen und praxisrelevanten Vortrag rüttelt Sven von thingsthinking.net zum Thema AI/KI auf. Angst und die damit verbundene Zögerlichkeit auf Basis von zu wenig Wissen hemmt oft die Umsetzung von Projekten in Unternehmen. Es erinnert auch an den leidvollen Weg, den die digitale Transformation genommen hat, alles viel zu langsam, alles viel zu spät.

Natürlich kann KI Vieles, um ehrlich zu sein, das Meiste, besser als der Mensch und das in Bereichen, die man zunächst gar nicht auf dem Schirm hat: Bei der Entwicklung von Fahrzeugkomponenten müssen sich wertvolle Entwicklungsingenieure monatelang durch unendliche viele, internationale Zulassungsvorschriften fräsen. Das kostet und blockiert. Ein Unding, das KI binnen Sekunden erledigt, zumindest soweit eingrenzt, dass mit wenig Manpower die spannenden Punkte final durch „Legal“ geklärt werden können.
Vertragswesen und KI also… unerwartet!
Doch das ist eine der Kernbotschaften: Mut dazu, im Business kreativ zu sein. Mit fachlicher Kompetenz Anwendungsfelder entdecken und einfach ausprobieren. Eine ganz konkrete Idee, mal so richtig agil zu sein und Fehler zuzulassen – das zweite Megathema, das Profis schon fast nicht mehr hören können.
„Wir werden kein neues Google entwickeln und auch kein zweites Facebook, aber wir haben die Kompetenzen, Technologien wie KI den erforderlichen Kontext im Business zu geben“. Ein echter Lichtblick für das Land der Dichter und Denker.
Der Kontext ist es auch, der die KI entmystifiziert: In kürzester Zeit 600 Seiten Vertrag zu prüfen – für KI kein Problem. Aber zu bestimmen, ob der Beruf einer jungen Frau auf einem Familienfoto oder auf einem Foto in einem Klassenzimmer eher „Lehrerin“ ist, da tut KI sich schwer. Ein Mensch kann das sofort zuordnen. Kontextbezogen ist „das Gleiche“ eben noch lange nicht „dasselbe“.
Spannend wird es dann auch im persönlichen Austausch: Müssen jetzt alle Kinder programmieren lernen, wie es oft propagiert wird? Oder geht es nicht eher um das entwickeln von grundsätzlichen Fähigkeiten: Forscher-Mut, Offenheit im Denken und Lust am Ausprobieren? „Montessori ist ein agiles Konzept“ bringe ich ein und wir sind uns einig. Die Lust am Lernen ist identisch mit dem in SCRUM und KANBAN gelebten PULL-Prinzip. Sven berichtet in diesem Zusammenhang von einem beeindruckenden Projekt: hourofcode.com Hier kann jeder binnen einer Stunde hinter die Kulissen der Informatik blicken, ein konkretes Projekt machen, ganz ohne Vorkenntnisse. Ausgestattet mit Top-Ressourcen. Für Schüler ein Eldorado: einfach machen.

Und Potential gibt es auch noch hierzulande: von über 220.000 registrierten Events weltweit, haben 2018 nur etwas über 200 in Deutschland stattgefunden.
Neben den vielen hervorragenden Fachvorträgen und einer sehr gelungenen Veranstaltung für mich das Highlight des Tages. Danke Sven und Danke Norbert Weckerle mit Team für den 7. #omninnoday.

Alexander Kornegger und Dr. Sven J. Körner